Es geht heute im Urlaub und auch im täglichen Leben kaum noch ohne Kreditkarte. Immerhin kann man mit ihnen weltweit Waren und Dienstleistungen bezahlen. Besonders bei Online-Geschäften oder bei Online-Geldtransaktionen sind sie mittlerweile unverzichtbar. Kreditkarten werden im Geschäftsleben und auch im Privatleben immer häufiger eingesetzt. Ihr Name entstand aus der Gegebenheit, dass die Karten, ihren Besitzer im Allgemeinen, einen im Vertrag festgelegten Kredit, einräumen. Die erste Erwähnung einer Kreditkarte soll auf den Science-Fiction-Roman Looking Backward von Edward Bellamy aus dem Jahr 1887 zurückgehen. Die Karte im Roman war allerdings aus Pappe. Bezahlt wurde damit, dass man ein Stück der Kreditkarte abschnitt. Das funktionierte so lange, bis die Karte vollständig aufgebraucht war.
Die ersten realen Kreditkarten gab es, wie sollte es anders sein, in den USA. Dort wurden bereits 1894 solche Karten an die Gäste bestimmter Hotels ausgegeben. Als Nächstes griffen die Mineralölkonzerne und die großen Kaufhäuser diese Idee auf. Die Western Union und General Petroleum Corporation gaben um 1924 erste Kreditkarten heraus. Allerdings nicht an jedermann, sondern nur an besondere Kunden. Nach 1945 folgten dann vermehrt die Ketten von großen Restaurants und auch Fluglinien. Bei diesen Karten handelte es sich um auch heute noch gebräuchliche Kundenkarten. Mit Ihnen kann man nur in den Unternehmen bezahlen, von denen sie ausgegeben wurden. Sie sollten, neben einer Zahlungserleichterung auch die Treue der Kunden zu den Unternehmen sichern. Solche Kreditkarten werden heute unter der Bezeichnung Proprietary Credit Cards geführt. Man findet Sie auch in Europa hauptsächlich bei Mineralölgesellschaften, großen Kaufhausketten und ähnlichen Unternehmen. Gerade für Firmen ist die Kraftstoffabrechnung per Proprietary Credit Cards eine große Erleichterung.
Aber eigentlich versteht man unter Kreditkarten die sogenannten General Purpose Credit Cards, mit denen mal überall bezahlen kann. Auch sie wurden zuerst in den USA eingeführt. Als erste „echte“ Kreditkarte der Welt gilt die Diners-Club-Kreditkarte. Laut Storry soll der amerikanische Geschäftsmann Frank McNamara wichtige Kunden zu einem Geschäftsessen eingeladen haben. Als es ans Bezahlen ging, musste er feststellen, dass er sein Portemonnaie zu Hause vergessen hatte. Abgesehen davon, dass er sich fürchterlich ärgerte, kam ihm die Idee zur Gründung des “Diners Club”. Eigentlich sollten die Kreditkarten des Clubs zuerst nur in einigen New Yorker Restaurants zum Bezahlen verwendet werden. Aber der Erfolg überzeugte und so wurde der Einsatz rasch auf andere Branchen und Städte, sowie später dann Länder, ausgeweitet. Der “Diners Club“ gilt auch heute noch als einer der bekanntesten Kreditkarten-Anbieter in den USA. Allerdings bekommt man so eine Karte nur, wenn man Mitglied im Club ist.
Anfang der fünfziger Jahre kam ein erstes Konkurrenz-Produkt auf den Markt. Die Franklin Bank in New York gab die ersten Mastercards 1951 aus. Diese nahmen ständig an Beleibtheit zu, denn sie waren nicht mehr an die Mitgliedschaft in einem Club gebunden. Da man schnell bemerkte, das die Verwendung solch einer Kreditkarte, das Kaufverhalten der Kunden positiv beeinflusst, dauerte es nicht lang, bis die nächsten Karten folgten. 1958 wurde in New York die erste American Express Karte ausgegeben. Zur gleichen Zeit verbreitete in Kalifornien die Bank of America ihre Americard. Die ist heute unter dem Namen VisaCard bekannt. Europa folgte erst 1964 mit der Eurocard. Damit wollte man eine Alternative zum amerikanischen Markt bieten. Die Eurocard wurde zuerst nur in ihrem Mutterland Schweden ausgegeben. Aber es dauerte nicht lange, bis sie in ganz Europa erhältlich war.
Heute werden die Kreditkarten wie Mastercard oder Visa von den Banken in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Kreditkartenorganisationen ausgegeben. Die Diners Card und American Express bekommt man direkt von der Kartengesellschaft. Natürlich herrscht schon seit dem Aufkommen der ersten Kreditkarten unter den Anbietern ein starker Wettbewerb um die Kunden beziehungsweise die Vertragspartner. So kam es, dass die Karten bald nach ihrem Erscheinen auch international eingesetzt werden konnten. Die Globalisierung der Märkte und der ständig wachsenden Tourismus taten ihr übrigens, damit die Kreditkarten bald unentbehrlich wurden. Inzwischen gibt es eine schier unübersichtliche Anzahl von Karten. Da ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Um sich für eine passende Kreditkarte zu entscheiden, sollte man die gängigen Angebote genau prüfen. Nicht immer haben die kostenlosen Kreditkarten auch wirklich die günstigsten Angebote. Kostenlos bedeutet in diesem Falle, dass vom Kreditkarteninstitut kein fester Gebührensatz erhoben wird. Wenn man seine Karte beispielsweise nur zum Online-Shopping benutzen will, dann sollte man eine kostenlose Variante wählen. Viele Karten mit Grundgebühr enthalten aber noch zusätzliche Vergünstigungen, wie eine Reiseversicherung. Wer viel unterwegs ist, für den ist das vielleicht doch eine passende Alternative. Zum Glück muss man sich heute nicht mehr allein durch den Dschungel der Kreditkartenanbieter kämpfen. Im Internet findet man zahlreiche Seiten, auf denen man schnell und kostenlos einen Vergleich zwischen den einzelnen Anbietern und Ihren Bedingungen starten kann. Damit findet man problemlos das Angebot heraus, welches zu einem passt.
Wer eine Kreditkarte besitzt, sollte sich doch nicht zu sehr auf das Gefühl, unbegrenzt über Geld zu verfügen, verlassen. Immerhin erfolgt bei den meisten gängigen Karten eine monatliche Abrechnung, nach dem man den ausgegebenen Betrag, je nach Vereinbarung zurückzahlen muss. Die Kreditkarte hält also, was ihr Name verspricht, sie gewährt einen Kredit, den man auch wieder tilgen muss. In Amerika gilt man übrigens ohne Kreditkarte als nicht vertrauenswürdig und kann dort kaum etwas Größeres kaufen. Wem die Sache mit dem Kredit doch etwas unheimlich ist, der kann auf eine sogenannte Prepaid-Karte ausweichen. Hier erfolgen die Zahlungen nicht per Kredit, sondern werden mit einem Guthaben verrechnet. Damit ist eine Prepaid-Karte im weitesten Sinne gar keine echte Kreditkarte, denn hier kann man nur ausgeben, was man auch als Guthaben festgelegt hat. Wer in Deutschland einen negativen Schufa-Eintrag hat, der bekommt nicht so einfach eine der allgemein üblichen Kreditkarten. Außerdem muss man bei der Beantragung meist auch noch ein regelmäßiges monatliches Einkommen nachweisen. Das ist nicht in allen Fällen machbar. Kreditkarten werden aber immer wichtiger. Vor allem im Ausland oder im Internet bestreiten sie einen immer größeren Anteil des Zahlungsverkehrs. Wenn man also keine normale Kreditkarte aus den genannten Bedingungen heraus erhält, dann kann man sich auch her mit einer Prepaid-Karte behelfen. Um diese zu bekommen, braucht man keine Schufa-Auskunft und auch keinen Einkommensnachweis. .
