Forex ist die Kurzform von Foreign Exchange Market und bezeichnet vereinfacht ausgedrückt den internationalen Devisenmarkt. Dabei gibt es jedoch keinen genauen Ort, wie etwa die Deutsche Börse in Frankfurt, da der Devisenhandel überwiegend zwischen den Marktteilnehmern direkt stattfindet. An der Forex wird also getauscht. Keine Waren oder Wertpapiere gegen Geld, sondern vielmehr die einzelnen Währungen gegeneinander.
Mit einem Umsatz von bis zu 4 Billionen Dollar pro Tag ist die Forex der größte und liquideste Finanzmarkt der Welt. Beim Forex-Handel profitiert der Anleger von den Kursschwankungen zwischen zwei Währungen, indem er auf einen günstigen Wechselkurs spekuliert. An der Forex wird also immer in Währungspaaren gehandelt, den so genannten „Crosses“. Eines der bekanntesten „Crosses“ ist das Paar Euro/US-Dollar (EUR/USD). Die zuerst genannte Währung wird als Basiswährung bezeichnet und die Zweitgenannte als variable Währung. Das Paar EUR/USD zeigt also den aktuellen Wechselkurs der europäischen Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar. Ein Kurs von EUR/USD: 1,4755 würde also bedeuten, das ein Euro 1,4755 US-Dollar wert wäre.
Die Währungspaare, die am meisten gehandelt werden, werden als „Majors“ bezeichnet. Hierzu zählt auch der EUR/USD-Kurs. Weniger stark nachgefragte Währungskombinationen hingegen als „Minors“ oder „Exotic Currencies“. Weitere „Majors“ wären zum Beispiel die Kurse US-Dollar/Japanischer Yen (USD/JPY), Britisches Pfund/US-Dollar (GBP/USD) oder US-Dollar/Schweizer Franke (USD/CHF). Und da der Devisenhandel ein schnelles Geschäft ist, wurde einigen Währungspaaren der Einfachheit halber Spitznamen gegeben. Hier konnte die Fantasie der Devisenhändler sich frei entfalten. So wird das Paar EUR/USD als Euro bezeichnet und GPB/USD als Cable. Das Devisenpaar USD/CHF wird treffender Weise als Swissie bezeichnet.
Der Kurs wird beim Handel mit Devisen in der Regel auf vier Stellen hinter dem Komma angegeben. Dabei werden die Zahlen vor dem Komma sowie die ersten beiden Stellen nach dem Komma als „Big Figure“ bezeichnet und die letzten zwei Ziffern als „Pips“. Die kleinste Kursveränderung ist also ein Pip. Der eigentliche Kauf oder auch Verkauf an der Forex – auch Trade genannt – erfolgt zu einem großen Teil über das Internet. Hierfür stehen dem Anleger verschiedene Forexbroker zur Auswahl. Auch fallen beim Forex-Handel keinerlei Gebühren oder Provisionen an. Der Forexbroker profitiert vom Spread, also der Differenz zwischen Geld- (engl.: Bid) und dem Briefkurs (Ask). Der Geldkurs ist der Kurs, zu dem man am Markt verkaufen kann, während der Briefkurs den derzeitigen Kaufkurs angibt. Hier kommen also die Pips wieder ins Spiel. Eine entsprechende Quotierung im EUR/USD könnte demnach wie folgt lauten: EUR/USD: 1,4070 (Bid) zu 1,4078 (Ask). Der Unterschied beträgt hier acht Pips.
Da der Forex-Markt an keinen festen Ort gebunden ist, kann man an der Forext fünf Tage die Woche rund um die Uhr 24 Stunden lang handeln. Jedoch haben sich Frankfurt, London, Tokio, Sydney und New York in den vergangenen Jahrzehnten als internationale Zentren des Devisenhandels herauskristallisiert. Obgleich man an der Forex 24 Stunden handeln kann, ist es für den Anleger doch wichtig, die eben genannten Handelszentren und deren Handelszeiten zu kennen. So werden in London gut 30 Prozent des Forex-Handels abgewickelt. Die Volatilität, sprich die Schwankungsbreite der einzelnen Währungspaarkurse, ist in der Handelszeit dort am höchsten. In London wird in der Regel von 8 bis 18 Uhr gehandelt. In Asien zum Beispiel wird nach europäischer Zeit von 1 Uhr in der Nacht bis 10 Uhr vormittags gehandelt. Entsprechend kann man während dieser Zeit erhöhte Aktivitäten zum Beispiel beim Devisenpaar US-Dollar/Japanischer Yen (USD/JPY) beobachten. In New York, wo noch etwa 20 Prozent des Forex-Handels abgewickelt werden, wird normaler Weise von 14 bis 21 Uhr gehandelt. Quotierungen mit US-Dollar-Beteiligung stehen dann meist im Fokus des Trader-Interesses.
Neben der Volatilität und den Handelszeiten gibt es am Devisenmarkt aber noch weitere Vorteile. So ist es möglich sowohl Long- als auch Short-Positionen aufzubauen. Der Anleger kann also von steigenden und fallenden Wechselkursen der verschiedenen Währungspaare profitieren. Zudem ist am Forex-Markt der Handel mit Hebel möglich. Dies bedeutet vereinfacht ausgedrückt, dass man mit seinem eingesetzten Kapital eine wesentlich größere Geldmenge bewegen kann. Einzig eine Sicherheitsleistung, die so genannte Margin, muss auf dem Tradingkonto hinterlegt werden. Aus der Margin ergibt sich somit auch der eingesetzte Hebel. Ein Beispiel: Um bei einer Margin von einem Prozent 100.000 Einheiten einer Währung an der Forex zu handeln, müsste das entsprechende Tradingkonto mit wenigstens 1.000 Einheiten der Basiswährung gedeckt sein. Der Hebel ist in diesem Beispiel 1:100. Hierdurch steigen jedoch nicht nur die Gewinnchancen, sondern auch das Risiko nimmt erheblich zu. Daher gilt der Handel über Margin nicht ohne Grund als eines der kontrovers diskutierten Themenfelder unter Tradern.
Es sei noch erwähnt, dass am Devisenmarkt in „Lots“ gehandelt wird. Ein Lot entspricht beim Forex-Trading in der Regel 100.000 Einheiten der Basiswährung. Einige Forexbroker bieten mittlerweile aber auch die Möglichkeit in Mini- oder sogar Micro-Lots zu handeln. Auch über Hebelprodukte wie Zertifikate oder Optionsscheine kann der interessiert Anleger vom Devisenhandel profitieren. Der Handel am Forex-Markt wird von einigen Tradern also nicht ohne Grund als die „Königsdisziplin des Tradings“ bezeichnet.
